In dem vorherigen Artikel habe ich beschrieben, wie man eine Boot Camp-Installation auf einer externen SSD installieren und betreiben kann.

Der Hintergrund ist, dass ich auf Basis des vorhandenen Equipment eine (zusätzliche) Windows-Gaming-Umgebung aufziehen wollte. Die technischen Spezifikationen sind dabei:

  1. Notebook: MacBook Pro 2018 (32 GB RAM, 2,6 GHz i7 der achten Generation)
  2. Thunderbolt 3 Enclosure: Razer Core X (Amazon Affiliate Link)
  3. 38” Widescreen-Monitor: LG 38UC99-W (Amazon Affiliate Link)

Da die Vega 56 unter macOS quasi nativ unterstützt wird, ist die Inbetriebnahme ein Nobrainer: anstöpseln und freuen. Die Treiber sind bereits in macOS integriert – aber leider auch nicht aktualisierbar.

Unter Windows hingegen funktionierten Grafikkarte & Monitor erstmal gar nicht; erst nach Installation der Apple Boot Camp-Treiber erfreuten sich diese eines farbenfrohes Zusammenspiels. Wie ich aber bereits letztens schrieb:

Ein Malus hat alles: Die Treiber von Apple sind sehr konservativ gewählt, oder: hoffnungslos veraltet.

Jetzt könnte man natürlich auf die naive Idee kommen, und einfach den aktuellen AMD Catalyst Treiber installieren. Leider funktioniert dies nicht, weil der Treiber über eine Prüfung die Kompatiblität sicherstellt. Und das Macbook ist da nicht auf der Whiteliste. Mutmaßlich möchte Apple das unter Kontrolle halten.

Wenn man kein Problem hat, unsignierte Treiber zu installieren, dann bietet die Website bootcampdrivers.com Abhilfe von aktualisierten Bundles genannt Adrenalin. Diese haben jeweils die neusten AMD-Treiber verpackt.

Bei einem ersten Versuch mit Windows 10 1803 hatte ich die Anleitung noch zu wenig befolgt: Treiber mit dem DDU entfernt und einfach neu installiert.

Weil dies aber Probleme machte und nicht sauber funktionierte, hier nun eine Beschreibung der wichtigen Schritte:

  1. Windows 10 1809: Mit Windows 10 1803 hatte ich zunächst für ein paar Wochen Erfolg und konnte sogar bei Battlefield 5 Public Beta vernünftig mitmachen – aber dann funktionierte nach einem Firmware- oder Windows-Update die externe Grafikkarte nicht mehr. Auch Neu-Installationen von Windows brachten keine Besserung1, macOS hingegen machte keine Probleme. Damit konnte ich einen Hardware-Fehler ausschließen.
  2. In Adrenalin ist eine Read Me First!.pdf drin. Macht das. ;)
  3. Für die nächsten Schritte: Internet trennen (Kabel ziehen, WLAN dauerhaft deaktivieren). Damit verhindert man, dass Windows Update bei Bedarf automatisch Treiber nachlädt. Das soll erst wieder passieren, wenn alle Schritte durch sind.
  4. Mit DDU (Display Driver Uninstaller) deinstalliert man die vorhandenen Treiber der Grafikkarte. Außerdem entfernt das Tool auch zahlreiche Einträge aus der Windows-Registrierung über installierte Grafikkarten. Wie dokumentiert, sollte dies aber im abgesicherten Modus geschehen.
  5. Nach erfolgtem Reboot startet man Adrenalins Setup.exe, welches u.a. die neuen AMD-Treiber installiert (und auf Wunsch auch Relive).
  6. Sobald die Installation erfolgreich durchlief, kann man das Internet wieder aktivieren. Ein abschließender Reboot tut auch gut.

  1. Das Thunderbolt 3 Gehäuse wurde soweit korrekt erkannt. Aber sobald Windows die externe Vega 56 erkannte und diese im Gerätemanager erscheinte, wurde es wahlweise mit einem Fehlercode als nicht verfügbar markiert oder das interne Display wurde abgeschaltet.

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